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1979 und 1980 nahm
Didier Pironi an der sogenannten ProCar Serie teil, Rennen, die, ähnlich der
amerikanischen IROC-Serie, mit identischen Fahrzeugen ausgefahren wurden, in diesem
Fall mit dem damaligen Supersportwagen der Bayrischen Motoren Werke, dem BMW
M1. Didier war nicht sehr erfolgreich, er erwarb sich gar einen Ruf als
Crashfahrer, doch er hatte auch viel Pech und nichtsdestotrotz sahen diese
470 PS starken Wagen fantastisch aus und sie sind ein Teil der Geschichte des
Motorsports und ebenso ein Teil der Karriere von Didier Pironi.
Die
Procar Rennen wurden jeweils im Anschluß an das Abschlußtraining eines Grand
Prix ausgetragen. Zusätzlich zu einer Anzahl Fixstarter, haupsächlich
Privatiers, wurden fünf Werks BMW an die fünf schnellsten Fahrer des
Freitagstrainings vergeben. Verzichteten Fahrer auf den Start im ProCar
Rennen oder waren Fahrer unter den ersten Fünf, die als Fixstarter ohnehin
gesetzt waren (Niki Lauda), so konnten die nächst langsameren Piloten
nachrücken. Da Ferrari, Renault und Michelin ihre Fahrer nicht auf
Konkurrenzprodukten starten lassen wollten (BMW, Good Year), waren Scheckter,
Villeneuve, Arnoux und Jabouille nie am Start.
Der
erste Lauf fand 1979 in Zolder statt. Didier qualifizierte sich im Tyrrell
als Zwölfter und konnte daher nicht am Rennen teilnehmen, das von Elio de
Angelis gewonnen wurde. Der ersetzte vorübergehend Eddie Cheever, der bei
einem F2 Rennen in Vallelunga am Start war.
In Monaco qualifizierte sich Didier als Siebter und obwohl die beiden Ferrari
auf Platz eins und zwei standen, er also quasi Fünfter war, ging er nicht an
den Start, leider weiß ich nicht warum. In Dijon durfte er endlich am ersten
ProCar Rennen teilnehmen und wurde prompt Dritter hinter Piquet und Jones. In
Silverstone mußte er wieder zuschauen wie Niki Lauda gewann doch in
Hockenheim erreichte er wieder einen vierten Platz, auch wenn er sich bei
diesem Rennen wenig Freunde machte, vor allem nicht Hans-Joachim Stuck, der
ihn nach dem Rennen als Dreckskerl bezeichnete, weil Didier einen nicht sehr
kooperativen Fahrstil pflegte und bei jeder Gelegenheit sperrte.
In Zeltweg erreichte er nach grossartigem Kampf mit Clay Regazzoni noch einen
weiteren dritten Platz, für die Rennen in Zandvoort und Monza war er jedoch
nicht mehr qualifiziert und erreichte so insgesamt einen achten Platz in der
79er ProCar-Serie.
Für
die Saison 1980 wurde der Modus geändert. Aufgrund vieler Klagen der
Privatfahrer durften die eingeladenen Formel 1 Fahrer nicht mehr a priori aus
den ersten Startreihen wegfahren, sondern mußten sich mit den Positionen
begnügen, die ihnen aufgrund der gefahrenen Trainingszeiten zustanden. Didier
qualifizierte sich beim 1980er Auftakt in Donington als bester F1 Fahrer für
den dritten Startplatz. Im Rennen rückte er in Runde 13 auf Platz zwei vor,
doch am Ende der vorletzten Runde rollte sein BMW M1 plötzlich mit
Elektrikschaden aus.
Im zweiten Lauf, der auf der Berliner Avus ausgetragen wurde, qualifizierte
sich Didier lediglich als Achter, konnte jedoch zur Mitte des Rennens bereits
die Führung von Manfred Schurti übernehmen. Doch fünf Runden vor dem Ende
mußte Didier seinen M1 mit gebrochenem Schaltgestänge abstellen.
Ein
weiteres turbulentes Rennen folgte im Rahmen des Formel 1 Grand Prix von
Monaco. Im insgesamt von vielen Unfällen gezeichneten Rennen schob Didier den
in Führung liegenden Jan Lammers in der zweiten Runde bei Loews in die
Leitplanken und fiel dabei selbst so weit zurück, daß er schließlich nur als
Neunter gewertet wurde. Der vierte Lauf wurde auf dem Norisring ausgetragen.
Didier fuhr von Startplatz vier los, drehte sich aber in Runde zwei und fiel
ans Ende des Feldes zurück. Schließlich wurde er von Nelson Piquet gerammt
und gab das Rennen auf.
In Brands Hatch startete Didier gar aus der ersten Reihe, hatte einen etwas
besseren Start als Pole-Mann Marc Surer, driftete aber in der ersten Kurve
weit nach aussen, so daß Surer innen vorbeigehen wollte. Didier zog aber nach
innen, drängte Surer bei Druids ins Gras und aus dem Rennen. Didier konnte
weiterfahren, drehte sich aber noch in derselben Runde und fiel dadurch auf
Rang sieben zurück. Er fuhr noch die schnellste Runde, dennoch kam er ein
weiteres Mal nicht auf einem der vorderen Plätze ins Ziel.
Im
Rahmen des Großen Preises von Deutschland in Hockenheim wurde der sechste
Lauf der ProCar Serie 1980 ausgetragen. Didier startete als Zweiter und
machte sich zusammen mit Stuck und Surer an die Verfolgung des Führenden
Manfred Schurti. In der fünften Runde versucht Stuck, Pironi vor der ersten
Schikane auszubremsen, es kommt zur Kollision. Stuck dreht sich bei 250 km/h,
Pironi nimmt den Notausgang und begibt sich wieder auf die Verfolgung von
Schurti. In der achten Runde schafft er es und überholt ihn vor der Ostkurve
aus dem Windschatten. Doch von hinten naht bereits Marc Surer, der in Runde
13 eine Attacke auf Didier reitet und vor der Ostkurve vorbeigeht. Doch
Didier verbremst sich, absichtlich oder nicht, und knallt dabei Surer ins
Heck, der in die Leitplanken fliegt. Didiers BMW bleibt unbeschädigt und er
fährt seinem ersten Sieg in der ProCar-Saison entgegen, der ihn auf Platz
sechs im Gesamtklassement befördert. Nach dem Rennen legte das GS-Team von
Hans-Joachim Stuck Protest ein, der jedoch abgelehnt wurde. Dennoch ließ sich
Stuck dazu hinreissen, Didier in einem TV-Interview als Mörder zu bezeichnen,
wofür er sich später entschuldigen musste.
Das
tat er in Zeltweg, wo Didier sich erneut für den zweiten Startplatz
qualifiziert hatte, aber kurz vor dem Start traten Elektrikprobleme auf und
so konnte er am Rennen nicht teilnehmen.
Auch in Zandvoort war ihm das nicht vergönnt, diesmal aber aufgrund seines
schlechten Abschneidens im F1-Training.
In Imola war er dann wieder dabei, qualifizierte sich wieder für die erste
Startreihe, doch er drehte sich wegen eines Bremsendefekts und fiel aus.
Insgesamt reichte es so nur zu einem zehnten Gesamtrang, die Meisterschaft
wurde von Nelson Piquet gewonnen. Abschliessend erhielt Didier noch das
Angebot, beim vorletzten Lauf der Deutschen Rennsportmeisterschaft einen
Porsche 935 Turbo zu fahren. Er sagte begeistert zu, erschien dann aber doch
nicht, wahrscheinlich weil er von seinem neuen Arbeitgeber Ferrari
Startverbot erhalten hatte.
Ó didierpironi.net
1996-2006
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