Didier's
Cousin und Halbbruder, der leider ebenfalls früh verstorbene
José Louis Dolhem war acht Jahre älter als er. Er
besuchte die berühmte Rennfahrerschule École
Winfield in Le Castellet im Süden Frankreichs wo er 1969 das
Volant Shell gewann. Nachdem Didier ihn bei verschiedenen
Gelegenheiten beobachtet hatte erklärte er, dass nun auch er
Rennfahrer werden wollte.
Das war zunächst eine
große Enttäuschung für die Familie, denn man war
davon ausgegangen, dass er in das elterliche Unternehmen
einsteigen würde. Sie beharrten schließlich darauf,
dass Didier erst einmal zwei Jahre studieren sollte bevor er sich
für irgendetwas anderes entscheiden würde. Didier hätte
allerdings einen guten Geschäftsmann abgegeben, er konnte
sich hervorragend ausdrücken, war hochintelligent und extrem
gut erzogen, Eigenschaften, die ihm in seiner Motorsportkarriere
noch hilfreich sein sollten. So hatte Didier schon in jungen
Jahren vieles kennen gelernt, mit 15 machte er Wheelies in den
Straßen von Paris, mit seinem Freund Jean-Pierre Jarier als
Zuschauer. Sie hatten noch keine Ahnung davon, dass sie ein paar
Jahre später Teamkollegen in einem Formel 1 Team sein würden
!
Trotz allem, es half nichts, Didier wollte Rennen
fahren.
Nach dem er gemäß den Wünschen
seiner Eltern eine Weile pflichtbewusst Ingenieurswesen studiert
hatte gelang es ihm schließlich, sie zur Finanzierung
seiner renfahrerischen Ambitionen zu überzeugen.
Wie
alle guten französischen Rennfahrer besuchte auch er im
Alter von 18 Jahren die École Winfield, zusammen mit
Jacques Laffite, René Arnoux, Alain Prost und Jean-Pierre
Jarier (der dort später hinausgeworfen wurde) .boisterous!)
.
Er erschien immer in seinem leistungsstarken blauen Ford
Capri 2600 RS. "Mit diesem Wagen kann ich meinen
Geschindigkeitshunger auf der Straße wenigstens ein bißchen
stillen." Er gewann schließlich den Wettbewerb zum
Pilote Elf im Jahre 1972 und machte so den ersten Schritt,
um fortan seinen Hunger nach Geschwindigkeit auf Rennstrecken zu
befriedigen.
Didier war ein großartiger Analytiker,
er wurde oft als eiskalt und berechnend dargestellt, aber
tatsächlich war er einfach hoch motiviert, versuchte
möglichst viel selbst zu machen und lernte dadurch schon in
seinem ersten Jahr sehr viel. Er redete meistens leise, erhob nie
die Stimme und sprach überhaupt nur, wenn es absolut
notwendig war, oft sehr langsam, als wollte er sicher gehen, dass
jeder Satz richtig strukturiert sei.
Er kommunizierte viel
mit Blicken, das war kein Problem, wenn man ihn kannte, aber wenn
nicht, wurde es oft als Arroganz verstanden. Didier züchtete
Tulpen, studierte Astronomie, um zu versuchen, das Leben und wie
es weiter geht zu verstehen. Er beschwerte sich nie, arbeitete
statt dessen hart daran besser zu werden, denn er wollte der
Beste der Besten werden. Bei allem was er tat, wollte er stets
das Maximum herausholenn und er arbeitet extrem hart und war
völlig fixiert darauf, seine Ziele zu erreichen.
Im
Jahre 1973 startete Didier mit Unterstützung von Elf in der
französischen Formel Renault, litt aber unter anfälligen
Motoren und erreichte nur einen sechsten Platz in der
Gesamtwertung.
1974, desillusioniert von dem Paket, das
ihm im Vorjahr zur Verfügung gestanden hatte, dachte er,
dass er es allein besser machen könnte und fragte bei Elf
an, ob man für die kommende Saison sein eigenes Team
unterstützen würde. Man stimmte zu und nach dem Wechsel
des Motorentuners gewann Didier die Meisterschaft während
sein Teamkollege Richard Dallest Vierter wurde. Allerdings war
das noch lange nicht gnug für Didier, er hatte seine Ziele
bereits viel höher gehängt und wollte nun der erste
französische Formel 1 Weltmeister werden, nichts sonst
zählte, dies war sein Traum und er würde alles tun, um
dieses Ziel zu erreichen.
Er war nicht besonders beliebt
an den Rennstrecken, viele meinten, seine Familie würde ihm
das Geld zum Rennfahren geben. Manchmal tauchte er an der Strecke
mit einem Mercedes 450 SE auf, das war für ihn kein Problem,
er hatte Spaß an guten, schnellen Autos, warum sollte er
also keines besitzen ? Es war also nicht sein Problem, sondern
das seiner Neider.
Für die Saison 1975 wechselte er
in die Formule Renault Europe und auch diesmal wurde er
von Elf unterstützt, Martini lieferte das Chassis.
Unglücklicherweise hatte Didier erneut mit Motorenproblemen
zu kämpfen und konnte nur etwa die Hälfte der 17 Rennen
beenden, dennoch wurde er am Ende Dritter, was für den
Aufstieg in die Formel 2 aber nicht ausreichte. Das bedeutete,
dass er ein weiteres Jahr in der Formel Renault bleiben musste.
Didier war überaus motiviert, obwohl “die Klasse
wiederholen” musste und er bemühte sich persönlich
sehr, den Martini Mk.18 zu verbessern. Dabei kam zum Beispiel ein
äußerst effektiver Heckflügel heraus, der in
Zolder erstmals eingesetzt wurde und Didier zu seinem dritten
Sieg in Folge verhalf, er fuhr fast eien Sekunde schneller als
der Rest des Feldes und gewann schließlich mit einem
Vorsprung von 15 Sekunden vor Dany Snobeck.
Didier
Pironi, Alain Cudini und Dany Snobeck waren das Trio, das mit
ganz wenigen Ausnahmen die Plätze auf dem Podium der
euroäischen Formel Renault unter sich aufteilte. Pironi war
dabei in der Regel der Schnellste, der Glücklichste und
deshalb auch der Erfolgreichste von ihnen.
Jackie Stewart
sagte einmal, dass ein Champion exzellentes Material, exzellente
fahrerische Qualitäten und - Glück braucht. Das zeigte
sich unter anderem in Monaco, wo Didier sich im Training in
St.Devote drehte und die Hinterradaufhängung
beschädigte, aber danach noch die Pole holte. Nach einem
perfekten Rennstart ließ er dann Snobeck, Cudii und
Saulnier weit hinter sich und vergrößerte die Führung
schnell auf mehr als fünf Sekunden als dem Fahrer und
Konstrukteur Marc Boyer an seinem Fahrzeug ein Wasserschlauch
platzte und in La Rascasse eine riesige Pfütze
hinterließ. Es wurden keine Flaggen geschwenkt, so dass
alle Fahrer völlig überrascht waren, als diese Pfütze
vor ihnen auftauchte, wobei Didier der erste war, dem dies
widerfuhr. Mit einem Mischung aus Fahrkunst und noch mehr Glück
schlidderte er hindurch und konnte einen Dreher vermeiden. Der
zweitplazierte Alain Cudini hatte aber nicht soviel Glück,
er drehte sich mit seinem Lola und konnte das Rennen erst an
sechster Position wieder aufnehmen und obwohl er schließlich
noch Fünfter werden konnte, nachdem er Sarazin überholt
hatte, muste er bereits akzeptieren, dass er nicht mehr im Rennen
um den Titel war. Didiers Vorsprung auf Snobeck war derweil auf
neun Sekunden auf Snobeck ngewachsen als sein Martini plötzlich
ein Problem bekam. Der Motor lief wegen eines hängen
gebliebenen Gaspedals nicht mehr bei voller Drehzahl. Snobeck kam
immer näher, aber letztendlich war er im Ziel doch noch vier
Sekunden hinter Pironi, der überglücklich war, das
Rennen gewonnen zu haben.
Am Ende der Saison hatte Didier
zwölf von 16 Rennen und die Meisterschaft gewonnen. Er war
jetzt auf dem Weg in die Formel 2.
Ó
didierpironi.net
1996-2006
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