Testfahrten mit AGS, Ligier und anderen

Didier Pironi hatte in der Zeit nach seinem Unfall im Training zum Großen Preis von Deutschland 1982 in Hockenheim immer wieder erklärt, dass er eines Tages wieder in der Formel 1 fahren wolle. Viereinhalb Jahre und 34 Operationen später war er überzeugt, dass er "wieder ganz gesund und absolut fit" sei und deshalb 1987 wieder Formel 1 fahren wollte.

Guy Ligier überlegte, ob er seinen ehemaligen Fahrer erneut engagieren sollte, weil Jacques Laffite seit seinem schweren Unfall in Brands Hatch 1986 noch immer an seinen Verletzungen laborierte; ein regelrechter Kampf um das Ligier Cockpit entbrannte.

McLaren, Brabham und Ferrari offerierten gleichlautende Angebote, um Didier als Testfahrer zu engagieren, der die Entwicklung der Saugmotoren-Fahrzeuge für die Saison voran bringen sollte. Doch dazu hatte Didier keine Lust, er wollte "1987 in einem Formel 1 sitzen, mit dem ich Rennen gewinnen kann". Das wiederum war mit einem Ligier eher unwahrscheinlich, setzte man dort doch für 1987 auf Alfa Romeo Motoren.

Darüberhinaus hatte er sich nach seinem Unfall eine hohe Versicherungssumme auszahlen lassen, die er bei einer Fortsetzung seiner Karriere zum großen Teil wieder hätte zurückzahlen müssen. Entsprechend hoch wäre wohl auch seine Gagenforderung ausgefallen.









Francois Guerre-Bethelot, ein gemeinsamer Freund von Didier Pironi und der AGS-Mannschaft um Henri Julien aus Gonfaron fragte Didier schließlich, ob er nicht Lust hätte zur Weiterentwicklung des AGS JH21 C beizutragen, während Stammfahrer Ivan Capelli Verpflichtungen in der Formel 3000 nachkam. Der JH21 C mit Motori Moderni V6-Turbo aus der Firma von Alfa Legende Carlo Chiti war ein einfach und robust konstruiertes Auto. Didier sagte begeistert zu und die französische Presse begann bereits über eine Rückkehr Pironis bei AGS zu spekulieren.

Am 12. August 1986 gegen 14 Uhr 30 landete Pironis Hubschrauber an der Strecke Paul Ricard in Le Castellet. AGS verbreitete ein Communiqué, das klarstellte, dass die Testfahrt Didier Pironis lediglich eine Art Freundschaftsdienst darstellte.

Die eigentliche Testfahrt begann gegen 18 Uhr 30, Didier drehte insgesamt 70 Runden auf der 2,2 km langen Strecke, erreichte eine Bestzeit von 47''6.

Das AGS F1 Team verschwand leider bald wieder von der F1 Bühne, aus dem F1 Team ist heute eine dieser Firmen geworden, bei denen jedermann F1 fahren kann, wenn er etwa 3000 Euro auf den Tisch legt.
War diese Aktion noch Geplänkel, so wurde es schon bald ernster. Ende August absolvierte Didier einen vollen Testtag im Ligier-Renault von René Arnoux in Dijon. 60 Runden ohne Probleme. Ob die Zeiten jedoch konkurrenzfähig waren entzieht sich leider noch meiner Kenntnis.


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