1982- ein Rennen in David Piper's Ferrari 330 P4 in Monthléry (von Thierry Le Bras, Übersetzung JM)




Es gibt nur wenig Information über dieses Rennen, das Didier am Steuer eines Ferrari P4 bestritten hat. Die einzigen Dokumente, die ich finden konnte, sind drei Artikel aus der Tageszeitung L'Équipe, geschrieben von Johnny Rives. Diese Artikel wurden am 17., 19. und 20. April 1982 veröffentlicht. Leider geben sie keine Auskunft darüber, wie es zum Kontakt zwischen Didier Pironi und David Piper kam. Der folgende Text basiert auf diesen Artikeln.

Das AGACI 300 wurde auf der Strecke von Linas – Monthléry ausgetragen. Didier nahm an der Léonard Parfums Trophäe teil, einem Rennen über 15 Runden bzw. 51.075 km für sogenannte Super Sports Cars.

Die Veranstaltung fand am Sonntag, dem 18. April 1982 statt, genau eine Woche vor dem berühmten Imola Grand Prix bei dem Didier am Ende eines historischen Duells mit seinem Teamkollegen Gilles Villeneuve den Sieg davontrug.

Es gab zu dieser Zeit seit einigen Tagen das Gerücht, dass Ferrari sehr bald seinen Rückzug aus der Formel 1 bekannt geben würde. In einem Interview mit Johnny Rives bestand Didier darauf, einige Dinge klarzustellen.

Ich glaube das keinesfalls” kommentierte der französische Rennfahrer dieses Thema'Ich bin überzeugt, dass vor Ende der Saison nicht passieren wird, denn falls irgendwas in dieser Art pasieren sollte, hätte man Gilles Villeneuve und mich darüber informiert.”

Sollte es allerdings in den kommenden Jahren allerdings kein gerechtes und stabiles Reglement geben, so schloss Didier nicht völlig aus, dass die Scuderia sich anders orientieren könnte.

Ein wahres Rennen

Historische Rennen waren seinerzeit nicht so populär wie heute. Didier am Steuer seines Ferrari P4 von 1967 war ein wenig der Favorit, aber Dick Attwood, Gewinner der 24 Stunden von Le Mans 1970 war ohne Weiteres fähig, die Herausforderung in einem Porsche 917 von 1971 anzunehmen. Der P4 und der 917, das waren zu dieser Zeit noch keine Oldtimer. Einer feierte gerade seinen fünfzehnten Geburtsag, während der andere noch nicht einmal lf Jahre alt war.

David Piper, der Besitzer des von Didier gefahrenen P4 trat selbt in einem Ferrari 275 LM an. Die Brüder Mike und Richard Knight fuhren Lola T70 und “Beurlys” erschien mit einem Ford GT40. In der Qualifikation am Samstag holte sich Didier die Pole Position mit einer um zwei Sekunden schnelleren Runde als der zweitplatzierte Porsche 917 von Attwood. Das einzige Problem war, dass der Ferrarri Motor Rauchwolken von sich gab.

Wie erwartet ging Didier vom Start weg in Führung, nach sieben Runden hatte er bereits einen Vorsprung von acht Sekunden auf den Porsche 917. Plötzlich gab der Motor seltsame Geräusche von sich. Professionell wie Didier war schaltete er die Zündung aus, um den Motor, der ihm ja von einem Sammler anvertraut worden war, zu retten. Das Rennen wurde von Dick Attwood vor den Lola T70 der Gebrüder Knight gewonnen.

Ein angenehm zu fahrender Wagen

Didier behielt diese einzigartige Erfahrung voller Begeisterung in Erinnerung, was man gut daran erkennen kann, was er Johnny Rives nach dem Rennen erzählte.

Ich konnte mich schon gar nicht mehr erinnern, dass es sowas gibt, dass man so fahren kann. Seit drei Jahren sind wir zu einem ultra-präzisen Fahrstil gezwungen bei dem wir jegliches Rutschen verhindern müssen, weil es Zeit kostet, das heißt an einem bestimmten Punkt musst Du Dich wirklich zwingen, schnell zu fahren. Ich hatte fast vergessen, dass man auch anders fahren kann. Die Erfahrung in David Pipers Ferrari P4 in Monthléry hat mir gezeigt, wie weit wir uns von der ursprünglichen Idee des Rennfahrens entfernzt haben. Dieser Wagen war mit modernen Reifen ausgerüstet, dem neuesten Modell von Avon. Ich war begeistert von deren Verhalten, denn sie erlauben es Dir, eine Kurve etwas zu schnell anzufahren und dann durch Sliden zu korrigieren, das ist spektakulär und kostet keine Zeit. Die Bremswege sind länger als in der Formel 1 und in den engen Kurven rutscht man aber der Fahrer hat alles unter Kontrolle, man kann sich straflos am Limit bewegen und dabei sicher über die Randsteine fahren.

In der Formel 1 haben wir kein Vergnügen mehr. Um effizient zu sein, muss man es vermeiden spaktakulär zu sein. Außerdem sind die Fahrwerke derart hart, dass man so extrem durchgeschüttelt wird , dass man dadurch mitten in einem Manöver von den Pedalen rutschen kann. Dies kann dumme Fehler und verursachen und man muss es dann teuer bezahlen. Darüberhinaus ist das Limit wegen des Ground-effects kaum einschätzbar, weil der vom Kontakt zwischen den Schürzen und der Fahrbahn abhängt und sich daher verändert, je nachdem wie holprig die Strecke ist.”

Für die Statistiker sei erwähnt, dass Didiers schnellste Runde eine 1,26.86 bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 141,09 km/h war, während Attwoods Durchschnitt bei 135,702 km/h lag.






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