Die Ligier Episode 1980
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Nach
zwei Jahren voller Höhen und Tiefen beim Tyrrell Team hatte Didier die Qual
der Wahl zwischen Angeboten vom Team Lotus, Brabham und der Equipe Ligier.
Obwohl die Angebote der britischen Teams viel besser waren, entschied sich
Didier Ende Oktober 1979 zum Wechsel zu Ligier - als Nummer 2 hinter dem
WM-Vierten Jacques Laffite.
" Ich fühle mich in einem französischen Team einfach wohler!"
erklärte er. Und er war hochmotiviert. Jacques Laffite war überzeugt: "So
schnell wie Depailler ist Didier sicher. Ich werde mich also gewaltig
anstrengen müssen." Das tat er dann auch, Didier war im Training zum
GP Argentinien nur zwei Zehntel langsamer als Laffite, stand damit auf dem
dritten Startplatz. Doch aus der ersten Runde kam Didier schon nicht mehr
zurück - Motorschaden. Laffite widerfährt das gleiche in der 30. Runde. Dann
Brasilien, Startplatz zwei, erstmals in der ersten Reihe, den Teamkollegen
klar geschlagen. Doch schon in der vierten Runde muss Didier an die Box, die
Halterung des hinteren Querstabilisators hatte sich gelockert. Die Reparatur
wirft ihn auf den 21. Platz zurück, aber Didier rollt das Feld eindrucksvoll
von hinten auf und erreicht noch einen vierten Platz. In Kyalami steht Didier
wieder hinter Laffite, verschläft auch noch den Start, kann sich aber wieder
nach vorne kämpfen und erreicht seinen ersten Podestplatz für die Blauen.
Hinter Laffite. Dann kam Zolder, fünfter Lauf zur WM. Schon das Training war
dramatisch, Didier wechselte sich mit Piquet und Jones permanent auf der
Position des provisorischen Pole - Setters ab. Schließlich gewann Jones,
Didier auf zwei, Laffite Dritter. Am Start aber ließ Didier dem Australier
keine Chance und zog dann unwiderstehlich davon. Niemand, weder die Renault
noch Teamkollege Laffite, konnte das Tempo auch nur ansatzweise mitgehen. Am
Ende hat er fast 50 Sekunden Vorsprung auf Jones, fast eineinhalb Minuten auf
den Drittplazierten Reutemann.
"Weißt du" erklärt er nach dem Rennen "wenn man
gewinnt, ist es meistens einfach. Heute war es wirklich leicht. Ich hatte
bestimmt den besten Wagen, und das ist das Wichtigste" Plötzlich war
er vierter der WM und in den Kreis der Titelanwärter aufgestiegen.
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In Monaco gelang ihm danach auch gleich noch die erste Pole. Jones versuchte
daraufhin, Didier in einen Fehler zu hetzen, beanspruchte sein Material aber
zu stark und fiel aus.
So lag Didier plötzlich weit in Führung als beim Casino der dritte Gang
heraussprang und Didier kurz die Kontrolle über den Ligier verlor. Er
touchierte leicht die Leitplanken und beschädigte dabei eine Felge.
Eine Felge war es auch, die seinen Sieg beim GP Spanien in Jarama
verhinderte.
Das Rennen ging als sogenanntes Piratenrennen in die Geschichte ein, denn
Ferrari, Renault und Alfa Romeo traten in Jarama nach einem wochenlangen
Disput zwischen FISA und FOCA nicht an.
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Schon vorher hatte Didier große Probleme mit dem Bremsdruck und konnte daher
Piquet im Brabham nicht halten. Nach dessen Ausfall aber in Führung liegend
bei 260 km/h auf der Zielgeraden sah er, wie das rechte Vorderrad begann zu
wackeln. Er versuchte noch, den Ligier an die Box zu fahren, doch das Rad
machte sich selbständig. Die Felge war gebrochen. Nachträglich wurde
beschlossen, den Grand Prix von Spanien nicht zu werten.
Vor dem Großen Preis von Frankreich in Le Castellet wurde eine Sensation
bekannt gegeben: Der Automobilkonzern Talbot, der bereits Ende 1979 bekannt
gegeben hatte, ab 1981 in die Formel 1 einsteigen zu wollen und zu diesem
Zweck bereits den ehemaligen BMW-Mann Jochen Neerpasch engagiert hatte würde
den Ligier Rennstall übernehmen. Die Ligier würden 1981 nicht mehr Ligier,
sondern Talbot heißen. Als Antriebsquelle sollte eine überarbeitete Version
des Ende 1978 eingemotteten Matra-V12 dienen, ab 1982 wollte Matra dann einen
Turbomotor bereitstellen. Da Talbot zum PSA-Konzern (Peugeot, Citroen) gehörte,
der auch Anteile an Michelin hielt, war auch die Abkehr von Good Year
beschlossene Sache. Als Piloten waren weiterhin Laffite und Pironi
vorgesehen. Die beiden zeigten auch im Rennen eine großartige Show, mussten
sich aufgrund von Reifenproblemen aber mit den Plätzen 2 (Didier) und 3
(Laffite) zufrieden geben und den Sieg Alan Jones überlassen, der sich in der
WM abzusetzen begann.
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GP England, Brands Hatch, Pole für Didier, daneben
Laffite. Man feierte die Pole und Guy Ligiers 50. Geburtstag, aber bei Ligier
begann sich ein Problem zu entwickeln, die beiden Kollegen hetzten sich
gegenseitig, hatten dadurch immer wieder Reifenprobleme und Jones oder Piquet
im Brabham waren die lachenden Dritten.
So auch in England als Didier ein enormes Tempo vorlegte und deshalb schon in
der 19. Runde zum Reifenwechsel die Box ansteuern musste, während Laffite
durch einen Reifenschaden sogar in den Fangzäunen landete. In der 64. Runde
musste schließlich auch Didier mit Reifenschaden aufgeben.
Er war zu diesem Zeitpunkt dritter der WM mit 14 Punkten Rückstand auf Jones,
acht auf Piquet. Nach dem Rennen gab Guy Ligier bekannt, dass Laffite und
Pironi auch 1981 für das dann Talbot- Ligier genannte Team fahren würde.
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Beim Großen Preis von Deutschland qualifizierte sich
Didier als Siebter, doch brach schon in der 19. Runde eine Antriebswelle am
Ligier. Didier lag zu diesem Zeitpunkt hinter seinem Teamkollegen und
späteren Gewinner Jacques Laffite auf dem fünften Platz.
Laffite konnte Didier durch diesen Sieg auch in der Gesamtwertung
überholen.''
Beim GP Österreich zwang ihn ein defekter Stoßdämpfer zur Aufgabe. Wieder
kein WM-Punkt.
Mittlerweile brodelte auch schon die Gerüchteküche, wer 1981 wo fahren würde.
Didier würde das Team wohl nicht wechseln, sagte man, aber er sei von Ferrari
und auch weiterhin von Renault umworben. Auch Alain Prost wurde mit dem Platz
neben Villeneuve in Verbindung gebracht, er sei aber an Marlboro gebunden.
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In Zandvoort hatte Didier ein schwaches Training, nur 15. Rang, hinter Hector
Rebaque sogar.
Und schon in Runde drei wurde Didier dann von de Angelis' Lotus gerammt, der
nach einem missglückten Überholversuch an Patrese quer durch die Schikane
geflogen war.
Ein Wochenende zum Vergessen, außerdem fühlte sich Didier zunehmend
benachteiligt, denn „das ganze Team kümmert sich nur um Laffite...“
Nicht nur aus diesem Grunde wurde in Imola bekannt gegeben, dass Didier 1981
für Ferrari fahren würde. Ligier hatte ihm ein großzügiges Angebot gemacht,
aber "bei Ferrari habe ich schon nächstes Jahr einen Turbomotor, bei
Ligier hätte ich nochmals zwölf Monate warten müssen"
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Es gab damals schon
viele, die sich fragten, ob es eine glückliche Lösung sei, Villeneuve und
Pironi in einem Team zu haben...
Die Ligier waren inzwischen sowieso völlig aus dem Tritt gekommen, ein
magerer sechster Platz beim GP Italien war die zählbare Ausbeute. Die WM
hatte sich zum Zweikampf zwischen Jones und Piquet entwickelt, den der
Williams-Pilot im vorletzten Lauf in Kanada für sich entscheiden konnte.
Didier war als erster im Ziel, bekam von der Rennleitung jedoch eine
Strafminute wegen Frühstarts aufgebrummt und errang so Platz 3, fuhr die
schnellste Runde, Ergebniskosmetik. Nebenbei wurde bekannt, dass Ferrari
schon seit dem sechsten März eine Option auf Didier hatte. Enzo Ferrari hatte
angesichts der TV-Übertragung des GP von Brasilien gesagt "Ich will
Pironi" .
Trotzdem verdiente Didier bei Ferrari deutlich weniger als bei Ligier.
Beim letzten Rennen der Saison in Watkins Glen gelang Didier noch ein
weiterer dritter Platz, der ihn auf Platz fünf im Abschlussklassement
beförderte. Vor Arnoux, seinem alten Rivalen, immerhin.
© didierpironi.net 1996-2006
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